Vorbereitungen_                                                                       __

                                                                             Anfang Oktober 2004

 

 

Die Route

 

Die Reiseroute steht schnell fest. Für eine Saudiarabiendurchquerung mit dem Fahrrad werde ich nie ein Visum bekommen, also fahre ich auf der anderen Seite des Roten Meeres zurück.

Von Mokka (Jemen) soll es mit einem Boot hinüber nach Djibouti gehen. Nächste Ziel: Äthiopien. Hier wird es wohl etwas hügelig werden. Addis Abeba wollte ich zuerst umfahren, nun muss ich aber doch in die Hauptstadt, da ich das Visum für den Sudan nicht im Jemen bekommen habe. Von dort aus soll es dann in den Sudan gehen. In der Hoffnung, dass sich die politische Lage stabilisiert und ich mein Visum bekommen habe, geht es über Khartoum (muss dort das ägyptische Visum besorgen) streckenweise am Nil entlang nach Ägypten. 

 

 

Hier will ich die Hauptstadt Kairo unbedingt meiden. Über den Sinai soll es nach Jordanien gehen. Anschließend folgt Syrien und ein kurzer Abstecher in den Libanon. In der Türkei wird wohl die Radtour enden. 

 

 

Ich habe nur drei-einhalb Monate Zeit und außerdem wird das Wetter im Januar ab der Türkei nicht mehr fahrradfreundlich sein. 

Das Ganze natürlich alles ohne Gewähr oder besser inshah-allah.

 

 

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                                                                             Nachtrag 16.11.2004

 

Mein Fahrrad

 

An dieser Stelle will ich nicht jede einzelne Speiche beschreiben, aber drei Ungewöhnlichkeiten an meinem Fahrrad möchte ich doch dem interessierten Reiseradler nicht vorenthalten.

 

 

 

Packtaschenhalter an der Schwinge

 

Ich habe keine Wahl, mein Reiserad ist ein reines Mountainbike, ein Cannondale-Fully. Somit lässt der Rahmen, so wie er ist, keine Montage eines hinteren Gepäckträgers zu. Also schweißte ich einen kleinen Hilfsträger, den ich mit Schlauchschellen an der Schwinge befestigte und der nun einen handelsüblichen Träger aufnehmen kann. Wie gesagt, der Gepäckträger ist an der Schwinge befestigt und nicht am Rahmen. Zwar wippt das Gepäck nun ein wenig mit, doch dafür ist die Konstruktion sehr stabil und hat den tiefstmöglichen Schwerpunkt. Während der Fahrt ist von der Gepäckbewegung übrigens gar nichts zu spüren.

 

 

 

Rennrad-STI-Griffe mit MTB-Schaltung/Bremse

 

Auf langen Strecken brauche ich meinen beliebten Rennlenker. Zu 90% fahre ich in Rennposition, also Hände auf den Griffen. Deshalb baute ich mir STI-Schalt/Bremsgriffe und einen Rennlenker ans Mountainbike.

LX-Umwerfer/Schaltwerk und V-Brake habe ich belassen.

- Ja, geht das denn? Es geht - mit Einschränkungen. Zum einen ist der Druckpunkt beim Bremsen etwas weicher (Hebelweg ist länger - reicht aber aus) und es fehlen die Justierschrauben von Umwerfer und Bremsen. Die Einstellung erfolgt so nur über die Klemmung. Das ist etwas knifflig, aber bisher (nach 2.200 km) brauchte ich nicht nachjustieren. Das Schaltwerk hinten besitzt natürlich nach wie vor die Vorspannschraube für den Bowdenzug. Mit etwas mehr Zeit und Hilfsmitteln lässt sich dieses Manko aber sicher beheben.

 

 

 

Trinkflaschenhalter

 

Warum müssen Trinkflaschen beim Reiserad eigentlich immer in Reihe hintereinander angeordnet sein? Und dann noch an Stellen, an die man während der Fahrt so oder so nicht drankommt. Warum nicht parallel nebeneinander? Aerodynamik ist angesichts der prallen Packtaschen kein Argument. Hier also meine Lösung:

 

 

3 x 0,8 l Flaschen parallel, alle während der Fahrt greifbar/austauschbar. Selbst im Wiegetritt oder bei extremen Lenkereinschlag stören sie nicht.

Zwei große Schlauchschellen halten die drei Halter am Rahmen.

 

 

Khartoum, 16.11.2004

nach 2.200 km

 

 

Jemen