Jemen________                                                                       __

                                                                              10.10. - 14.10.2004

 

 

Mokka (2.Tag)

 

Der Deckenventilator dreht klappernd und quietschend seine Runden. Kleine Fliegen sirren mir ums Gesicht. Gerade ist die Sonne aufgegangen, aber ich bin schon lange wach. Mich quälen ein Ganzkörpermuskelkater, zwei taube Zehen und Blasen an den Händen. Aber ich habe es geschafft: Ich bin in Mokka angekommen. Meine letzte Station im Jemen. Gestern noch war ich mir nicht so sicher, ob ich Mokka je erreichen sollte. Zuerst war die Strecke noch sehr reizvoll: Von Taiz ging es durch die sanften Tihamahügel hinunter auf Meeresspiegelniveau. Doch die letzten Kilometer hatten es dann in sich. Bei zuerst stechender Sonne und 43 Grad ging es schnurgerade durch schattenlose Steppe. Dann setzte 30 km vor Mokka der Sandsturm ein. Sand peitschte mir ins Gesicht. Man konnte keine 20 Meter weit sehen. Dennoch strampelte ich zuerst ehrgeizig mit aller Kraft gegen den Wind an. Die Pausen wurden immer häufiger und länger. Immer wieder ließen mich starke Böen straucheln, so dass ich schließlich ganz absteigen musste. Schiebend erreichte ich durstig und entnervt nach vier Stunden (für 30 Kilometer) die ersten Häuser von Mokka.

 

 

Morgen soll bereits ein Schiff nach Djibouti gehen.

 

 

Nachtrag: Aus Morgen ist inzwischen Übermorgen geworden - inshah-allah 

 

 

Djibouti