Waffenwahn

 

Jemeniten sind Waffennarren. Jeder, wirklich jeder, hat wenigstens ein Gewehr zu Hause. Statistisch gesehen, kommen auf jeden männlichen Jemeniten über 14 Jahre sogar 12 Feuerwaffen. Doch die Waffen stehen nicht zu Hause sicher im Waffenschrank - sie werden täglich benutzt. Denn auch unterwegs wollen Jemeniten bewaffnet sein. Zwar ist das Waffentragen in den Städten inzwischen nicht mehr erlaubt, aber nicht alle halten sich daran. Und die anderen, die offensichtlich kein Schnellfeuergewehr mit sich herumtragen, haben sehr wahrscheinlich im Hosenbund oder unterm Autositz griffbereit eine Pistole versteckt. 

Natürlich haben die Waffen keinen Sinn und dienen nur als Statusymbol, denn wer muß schon befürchten beim Eierkaufen in einen Hinterhalt gelockt zu werden? Dennoch, so sinnlos die Waffen sein mögen, sie sind immer geladen und einsatzbereit. Die vielen Toten und Verletzten, die täglich zu beklagen und bei uns im Krankenhaus zu finden sind, sprechen eine deutliche Sprache - doch für die Jemeniten offensichtlich nicht deutlich genug. Immer wieder hört man von kleineren Streitigkeiten und Rangeleien, die in einem Blutbad enden. Auch stehen Unfälle beim Waffenreinigen auf der Tagesordnung, bei denen Frauen und Kinder getötet werden. Haarsträubend für uns Ausländer; für die Jemeniten aber noch lange kein Grund unbewaffnet zum Eierkaufen zu gehen.

 

 

In dieser Saison trägt Mann einen Patrononengurt aus Leder oder Canvas und dazu eine AK-47 aus dem Hause Kalaschnikov.

 

 

dieser Artikel ist aus der GEO Special Arabien

 

 

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