Der Rückweg

Nach drei Tagen Faulenzen werde ich unruhig und mache mich auf den Weg zurück. Diesmal will ich nicht durchs Landesinnere, sondern an der Küste entlang nach Salalah fahren. Im Unterschied zum Jemen scheinen hier aber alle Karten und Auskünfte von Einheimischen übereinzustimmen.  

 

Doch auch diesmal komme ich nicht weit. Unweit von Maskat stoße ich auf traumhafte Buchten und in einer hat sich eine Tauchbasis niedergelassen. Spontan beschließe ich den ein oder anderen Tauchgang zu machen und bleibe so zwei Tage dort hängen.

 Das Wetter ist herrlich, das Meer aber etwas rau und ein wenig trüb. Im Sommer soll die Sicht unter Wasser wesentlich besser sein. Schon möglich, aber wie schrecklich heiß muss es dann erst über Wasser hier sein? Da wird schnell ein Paradies zur Hölle.

 

Nach dem ich nun zwei Tage untergetaucht war, geht es wieder weiter – auf unasphaltierter Piste. Fast wie zu Hause im Jemen. Nur, dass hier die Pisten in einem besseren Zustand sind als so manche Teerstraße im Jemen. Ich gebe Gas. Auch hier fahren die Omanis sehr diszipliniert. Mit 50, 60 Stundenkilometer rumpeln sie über die Piste, obwohl auch 70 bis 80 drin wären. Ich überhole sie mit 110. Schließlich habe ich ein jemenitisches Nummernschild. Das erklärt so oder so alles. Die meinen eh, wir Jemeniten würden spinnen.

 

Auf dem Weg sollen laut Reiseführer ein paar Sehenswürdigkeiten liegen.

In Sur die Dhauwerften sind nun nicht zu übersehen und ich mache einen ausführlichen Fotostop. Aber das Meeresschildkrötenrefugium von Al-Junayz finde ich auch nach stundenlangen Suchen nicht. Noch nicht mal den Ort selber. Auch viel später das „Sinkhole“ ein 200 Meter tiefes und 100 m weites Loch, bleibt trotz seiner Größe unauffindbar. Ich verfluche meinen Reiseführer (Oman, Reise-Know-How) und beschließe, ihn später zum Feuermachen zu benutzen. 

Nur einmal war er eine große Hilfe. Zu den beiden Forts von Rawdah steht doch tatsächlich dort: „Das Fort kann auch von innen besichtigt werden, vorausgesetzt, man findet den Mann mit dem Schlüssel für das Eingangstor.“ Und ich dachte bisher, den „Mann mit dem Schlüssel“ gibt es nur im Jemen (oder besser gesagt: es gibt ihn nie, wenn man ihn braucht).

Ich sah von einem Besuch des Forts ab.

 

 

 

 

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