Maskat

Die letzten 150 Km vergehen wie im Flug. Die ersten Vororte tauchen auf. Ihre blütenweiße Häuser liegen blendend in der Nachmittagssonne. Die meisten sind wie kleine Paläste gebaut: mit Türmchen und Verzierungen. Die Straße wird nun mehrspurig und der Verkehr nimmt zu. Zwischen den Fahrspuren sind Grünstreifen angelegt. Sprinkleranlagen halten den dichten üppigen Rasen feucht. An den Straßenrändern stehen in regelmäßigen Abständen Palmen und dazwischen zupfen Gärtner in kunstvoll angelegten Blumenbeeten Unkraut. 

 

Als ich die Stadt erreiche, steuere ich zuerst eine Autowaschanlage an. Da mein Toyota mit Abstand das älteste Auto ist, was hier herum fährt, will ich nicht auch noch auffallen, weil es das schmutzigste ist. Außerdem weiß ich, dass ich einen Strafzettel riskiere, wenn ich mit einem ungewaschenen Auto durch Maskat fahre. Kein Witz! 

Anschließend tanke ich noch und mir wird bewusst, dass ich mich nicht nur an die Sauberkeit und Ordnung wieder gewöhnen muss, sondern auch an das Preisniveau. Diesel ist ungefähr fünfmal so teuer wie im Jemen, aber immer noch nur halb so teuer wie in Deutschland. 

Nun muss ich nur noch ein Hotel finden, damit ich duschen kann und genau so sauber werde wie alles hier. 

 

Der Rest ist schnell erzählt. Ich bleibe drei Tage in Maskat und Umgebung. Mein Hotel ist einfach, teuer aber ruhig. Ruhig wie alles hier. Auf der Straße wird nicht gehupt und sehr zurückhaltend gefahren (hier gibt es tatsächlich Blitzampeln!). Überall wird englisch gesprochen und man sieht mehr Inder als Omanis. 

In den Geschäften gibt alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Nur meinen omanischen Kaffee bekomme ich nirgendwo. Wenn die Coffeeshops neben Tee ausnahmsweise auch Kaffee anbieten, dann nur Nescafé. Mein letzter Versuch verschlägt mich an meinem dritten Tag in einen American Coffeeshop, wo ich dann endlich richtigen Kaffee bekomme, aber wen wunder es, keinen omanischen. Ich werde übrigens für den Rest meiner Reise auch nur noch Tee bekommen.

 

 

 

 

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